21. Warum ist Factoring eine gute Ergänzung zu Mezzanine?
Mezzanine ist eine Finanzierungsform, die vereinfacht als nachrangiges Fremdkapital beschrieben werden könnte. Häufige Verbreitung in Deutschland findet Mezzanine in Form von Gesellschafterdarlehen oder atypisch stillen Beteiligungen.
Eine fast schlagartig schnelle Verbreitung fand Mezzanine ab 2004, als mehrere Banken ein Standard Mezzanine entwickelt hatten. Die Innovation bestand darin, dass Mezzanine, das an viele mittelständische Unternehmen vergeben wurde zunächst in einer Objektgesellschaft gepoolt wird, dieser Pool in Risikotranchen aufgeteilt wurde und die einzelnen Tranchen am Kapitalmarkt refinanziert wurde. Anscheinend traf Standard Mezzanine in das Herz des Mittelstands, den innerhalb von nur ca. drei Jahren konnte damit mehr als 4 Mrd. € an ca. 450 mittelständische Unternehmen vergeben.
Voraussetzung für ein Standard Mezzanine war ein Rating, dass besser als BBB- (nach Standard&Poor) war und als sogenannter investment grade bezeichnet wird.
Hier schließt sich die Brücke zum Factoring bzw. ABL als wichtiger Baustein im Finanzierungsmix. Factoring hat durch seine Bilanzwirksamkeit großen Einfluss auf die Bonität und damit auf das Bilanzrating. Durch den Einsatz von Factoring kann also gezielt das Rating verbessert werden.
Für mittelständische Betriebe resultieren daraus zwei interessante Perspektiven:
- Ein Unternehmen besitzt bereits ein Rating von besser als BBB-, dann kann das Unternehmen das Rating noch weiter verbessern und damit die Finanzierungskosten weiter senken, oder
- Ein Unternehmen besitzt nur einen non investmentgrade, dann kann das Unternehmen das Rating zuerst in den investment grade heben, um anschließend mit Standard Mezzanine zu finanzieren.