Ergebnisse der Analyse der Absatzfinanzierungsoptionen

Die vorangehenden Ausführungen zu den Absatzfinanzierungsoptionen

  • Fallweiser Verweis an Leasinggesellschaften,
  • Same-Name-Leasing und
  • Herstellereigene Vendor-Leasinggesellschaft

zeigen die unterschiedlichen Möglichkeiten auf, die das Herstellerleasing leisten kann.

Die wesentlichen Ergebnisse der Analyse sind in Tabelle 4 zusammengefasst:


Fallweiser Verweis an Leasinggesellschaften

Same-Name-Leasing

Vendor-Leasing-gesellschaft

Grundlagen

Wann ist eine Zusammenarbeit grundsätzlich sinnvoll?

Keine besonderen Anforderungen im Absatzmarkt des Herstellers

Corporate Identity, bei speziellen Anforderungen in bestimmten Segmenten

Corporate Identity, Integration des Herstellers in den Finanzierungsprozess

Notwendiges Volmen

Gering

Mittel

Mindestvolumen erforderlich

Interessenlage des Vertragsgebers

Finanzierungsinteresse

Finanzierungsinteresse / Kundenbindung möglich / Wettbewerbsposition möglich

Kundenbindung/ Wettbewerbsposition

Vertragsmodelle

Vertrag zwischen Hersteller und Finanzierungs-gesellschaft

Kein Vertrag

Kooperationsvertrag

Gesellschaftsvertrag und Kooperationsvertrag

Dauer der Zusammenarbeit

Keine generelle Zusammenarbeit

Generell langfristig

Langfristig

Vertragsumfang

Kein Vertrag über Zusammenarbeit

Betriebswirtschaftliche und rechtliche Aspekte

Betriebswirtschaftliche und rechtliche Aspekte

Entscheidungs-kompetenzen über Finanzierung

Nur Finanzierungsgeber

Finanzierungsgeber, bedingter Einfluss des Herstellers

Hersteller in Abstimmung mit Refinanzierungspartner

Steuerliche Aspekte

Steuerliche Behandlung der Verträge beim Vertragsgeber

Nicht in Sphäre des Herstellers

Nicht in Sphäre des Herstellers

In Sphäre des Herstellers

Rechtliche Aspekte

Rechte/Pflichten des Finanzierungsgebers

Aus Bestelleintritt (z.B. Zahlung)

Aus Bestelleintritt (z.B. Zahlung), aus Kooperationsvertrag

Abhängig von der Unternehmenspolitik

Rechte/Pflichten des Herstellers

Aus Bestelleintritt (Lieferung)

Aus Bestelleintritt (Lieferung), aus Kooperationsvertrag (z.B. Rückkaufvereinbarung)

Abhängig von der Unternehmenspolitik

Kundenschutz

Schwer regelbar

Regelbar

Sphäre des Herstellers

Organisation

Koordinations-aufwand

Gering, da nur Einzel-geschäftsabwicklung

Großer Koordinations-aufwand

Einmaliger, hoher Aufwand, später wiederkehrende Überprüfung

Intensität der Zusammenarbeit

Gering

Hoch

Hoch

Grad der Arbeits-teilung

Gering

Mittel

Hoch

Kosten/Nutzen

Geringe Kosten, geringer strategischer Nutzen

Geringe bis mittlere Kosten, mittlerer strategischer Nutzen

Hohe Einstiegskosten, sehr hoher strategischer Nutzen

Informationspolitik

Wenige Informationen im Haus

Information über Kooperationspartner

Information im eigenen Haus

Markt/Wettbewerb

Kundenbindung

Gering

Möglichkeit hoher Kundenbindung

Hohe Kundenbindung

Full-Service-Dienstleistungen

Gering

Möglichkeit vorhanden

Möglichkeit vorhanden

Tab.4: Absatzfinanzierungsoptionen

Die Absatzfinanzierungsoptionen zeigen unterschiedliche Möglichkeiten auf, die das Herstellerleasing über die Funktionen der indirekten Leasingfinanzierung hinaus zu leisten imstande ist. Die Lösungsansätze zur Bewältigung der Absatzfinanzierung über das Herstellerleasing erarbeitet der Hersteller entweder selbst oder zusammen mit einem oder mehreren Absatzfinanzierungsgesellschaften. Die Implementierung einer strategisch ausgerichteten Absatzfinanzierung in die Unternehmensplanung des Herstellers erscheint dabei oft als günstig um ein Differenzierungspotential zum Wettbewerb zu erarbeiten, welches zu einem Wettbewerbsvorteil ausbaufähig ist. Das strategische Absatzfinanzierungskonzept ist auf eine kundenorientierte Leistungserstellung ausgerichtet. Indem neben den Vorteilen des Investitionsobjektes stark kundenorientiert gestaltete Zusatzleistungen wie die Finanzierung und weitere Full-Service-Dienstleistungen als vollständiges Leistungsbündel aus einer Hand angeboten werden, kann für die Kunden ein Mehrwert gegenüber dem Angebot der Wettbewerber geschaffen werden, der als Marketing-Instrument einer Stimulanz des Absatzes förderlich sein soll. Darüber hinaus besteht für den Hersteller durch die Einflussnahme auf die Vertragsgestaltung und Vertragsabwicklung des Finanzierungsvertrages zwischen dem Kunden und dem Finanzierungsgeber die Möglichkeit die Kundenbindung über den Finanzierungsvertrag zu erhöhen.

In Abbildung 17 sind die Ergebnisse der vorausgehenden Analysen zu den aus Kundensicht ablaufenden Gesamtinvestitionsprozessen der einzelnen Absatzfinanzierungsoptionen hinsichtlich der damit verbundenen Transaktionsaufwendungen und Prozessdauern zusammengefasst. Wie in der Graphik ersichtlich ist, hat der Kunde bei der losen Zusammenarbeit des Herstellers mit mehreren Absatzfinanzierungsgesellschaften den größten Transaktionsaufwand zu tragen. Die Gesamtprozessabwicklung nimmt im Vergleich zu den anderen Optionen den längsten Zeitraum ein. Für den Hersteller entsteht ein geringer Einstiegsaufwand zur Finanzierung eines Einzelgeschäftes.

Demgegenüber ermöglicht die Ausgründung einer herstellereigenen Vendor-Leasinggesellschaft die größtmögliche Verringerung des Transaktionsaufwandes und die größtmögliche Verkürzung der Prozessdauer. Für den Kunden wird ein hoher Nutzen geschaffen. Allerdings ist die strategische Absatzfinanzierung mit einem hohen Einstiegsaufwand verbunden.

Abb. 17: Vergleich der Absatzfinanzierungsoptionen
Abb. 17: Vergleich der Absatzfinanzierungsoptionen